Das deutsche Kriegsgefangenenlager Alt Drewitz (heute Kostrzyn-Drzewice) war von 1939 bis 1945 in Betrieb (ab 1940 als Stalag III C). Es war eines der wichtigsten Zentren der Zwangsaufenthalte deutscher Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs. Es war ein Ort, an dem die Haager und Kopenhagener Konventionen von 1907 bzw. 1929 in beispielloser Weise gebrochen wurden. Das Lager war für Mannschaften und Unteroffiziere vorgesehen. Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten wurden hier interniert: Tschechen, Polen, Belgier, Franzosen, Niederländer, Engländer, Jugoslawen, Griechen, Russen, Italiener und Amerikaner. Mehr als 70.000 Kriegsgefangene waren während des Betriebs des Lagers dort untergebracht. Im Oktober 1939 kamen etwa 7.000 polnische Soldaten hinzu. Im September 1944 wurden mehrere Hundert Kämpfer des Warschauer Aufstands hier inhaftiert.
Das Stalag III C verfügte über mehr als 30 Zweigstellen, in denen Kriegsgefangene für verschiedene Arbeiten für die deutsche Wirtschaft eingesetzt wurden, darunter in der Rüstungsindustrie, bei Entwässerungsarbeiten, auf Landgütern, in der Landwirtschaft, im Autobahn- und Eisenbahnbau usw. Die Lebensbedingungen im Lager waren unmenschlich und verstießen gegen alle Resolutionen internationaler Konventionen. Es fehlte an grundlegenden sozialen und Lebensbedingungen. Die Kriegsgefangenen wurden zu Zwangsarbeitern gemacht und wie Sklaven zur Arbeit gezwungen. Das Lager in Alt-Drewitz ist ein erschreckendes Beispiel für die Behandlung von Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkriegs. Die Gefangenen wurden gequält, gedemütigt und geschlagen. Es gab zahlreiche Fälle von Verfolgung, Demütigung, Lynchjustiz und öffentlichen Hinrichtungen. Infolge des NS-Terrors und der Zustände im Lager starben fast 12.000 Menschen, die meisten von ihnen französische und sowjetische Kriegsgefangene. Der Friedhof des Stalag III C wurde 1962 geräumt.
PDF