• Adresse: Kujawska 15, 78-600 Wałcz
  • Rufnummer: 672599523

Das kleine, aber unter architektonischem Aspekt sehr interessante und photogene Gebäude entstand 1876 als evangelische Friedhofskapelle. Ihre Stifterin war eine deutsche Aristokratin, Maria von Helke. Die Gründung der Kapelle resultierte aus der Existenz des Friedhofes, die bis 1945 evangelisch war. Nach 1945 wurde sowohl die Kapelle als auch der Friedhof an die orthodoxe Pfarrei übergeben.

Von der Bauform her gleicht die Kapelle einer Rotunde mit eklektischen Merkmalen. Die Rotunde entstand auf dem kreisförmigen Grundriss und hat zwei Ebenen – den Chorumgang und die sog. Galerie. Das Dach ist steil, vielschichtig, kegelförmig und mit rautenförmigen Dachschiefern bedeckt. Die Fassade, die aus roten Ziegeln gebaut wurde, ist kegelförmig gewölbt, mit Dachziegeln bedeckt, wobei die erste Dachebene in die zentrale Hebung übergeht.

Von der westlichen Seite befindet sich der Haupteingang, der durch einen mit kleinen Rosetten geschmückten und mit dem Tudorbogen abgeschlossenen Portal hervorgehoben wurde. Dieser Bauteil ist besonders sehenswert, weil er hierzulande sehr selten vorkommt. Dies beweist, dass die Stifterin die Architekten beauftragt hat, ein Projekt zu entwerfen, der für die Wałcz-Gegend nicht typisch ist. Die erste und zweite Etage hat je eine Reihe von bogengewölbten Fenstern, wobei die Fenster in der höheren Etage deutlich kleiner sind. Der Innenraum der Kapelle ist doppelt so hoch als der Chorumgang. Zufälligerweise hat das Gebäude, dessen Funktion und Zweck ursprünglich anders waren, mit seiner Bauform die typischen Eigenschaften einer orthodoxen Kirche erfüllt. Der Kreis symbolisiert hier die Unendlichkeit, das ewige zeitliche Bestehen der orthodoxen Kirche.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, hat das polnische Nationalrat des Kreises Wałcz offiziell eingewilligt, das Gebäude an die orthodoxen Gläubiger abzugeben. Nach notwendigen Sanierungsarbeiten und Anpassungen der Innenräume an die orthodoxe Kultur, zunächst in bescheidenerem Umfang (d.h. Montage der Ikonostase, des „Prestoł“ genannten Altars, des „żerstwiennik“ genannten Altartisches) fand am Hl. Faustyna-Tag der erste Gottesdienst statt. In den nächsten Monaten wurde stark an der Erweiterung der Innenausstattung gearbeitet. Die Mitglieder der Pfarrgemeinde spendeten nicht nur ihr eigenes Geld, sondern brachten auch die von den anderen orthodoxen Kirchen geschenkten Ausstattungsgegenstände, die Bücher und liturgische Gewände. Zu Ostern 1948 hat die orthodoxe Kirche das erzielte Aussehen erreicht. In den späteren Jahren wurde die Ausstattung der orthodoxen Kirche sukzessiv ergänzt, Sanierungsarbeiten wurden durchgeführt. In den 90-ger Jahren des XX Jhs. erhielt die orthodoxe Kirche die historische Ikonostase aus dem XVII Jh., die nach Abriss der orthodoxen Kirche in Treścianka zu verschenken war, sowie den Evangelistar aus dem XIX Jh. Derzeit trennt die hohe Schmuckwand der Ikonostase, auf der Ikonen hängen, den Schiff von dem Presbyterium voneinander ab, in dem sich der Altar und der żerstwiennik-Altartisch befinden. Im zentralen Teil der Ikonestase wurde die Tür angebracht, auch Königs- oder Zarentür genannt. Durch diese Tür darf nur der Priester durchgehen. Auf der Tür befinden sich Ikonen, die die Auferstehungsszene darstellen. Die anderen Ikonen bilden vier Evangelisten ab. Über der Tür befindet sich Ikone mit der Szene des Letzten Abendmahls. Rechts ist eine Ikone mit Christusbild sowie Diakonentür mit der Ikone des ersten Diakons, des heiligen Stephanus des Märtyrers, oben die Weihnachtsszene zu sehen. Links sind die Ikonen mit Mutter Gottes mit Jesuskind und der heilige Michael, oben Ikone der Auferstehung und des heiligen Nikolaus angebracht. Tief im Presbyterium steht das Altar mit dem Evangelistar und dem Tabernakel. Links befindet sich die Ikone der heiligen Kiril und Method, auf dem Pult steht die Replik der Ikone von Rublow, die die Dreifaltigkeit präsentiert. Daneben befindet sich ein Epitaphios, also ein Leinentuch mit aufgemalter Szene der Grablegung Christi. Im Zentrum steht ein Leuchter mit vielen dünnen hohen Kerzen, die typisch für orthodoxe Kirche sind. Jeder Besucher kann gegen Gebühr eine Kerze für die Gesundheit der Nächsten anzünden.  Es ist empfehlenswert dies zu machen, vor allem, wenn die orthodoxe Kirche extra für die Touristen geöffnet ist.

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