Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche‎ ist eine gotische Kirche aus dem 14. Jh. Sie wurde von Herzogin Zofia, Gemahlin des Herzogs Barnim IV, gestiftet. Damals war hier der Johanniterorden ansässig. Der Hauptaltar ist gen Osten gerichtet. Die Kirche wurde aus Keramikziegeln im märkischen Verband auf steinernen Fundamenten erbaut. Das imposante, dreischiffige Gebäude hat einen  polygonalen Chor und einen imposanten, vierstöckigen Turm. Über dem Eingang befindet sich ein großes spitzbogenförmiges Fenster. Am Turm ist eine Uhr angebracht. Darunter verläuft eine Reihe schmaler Nischen. Auch der Spitzbogenfries um den Turm herum und das kreuzförmige Ornament knapp unterm Dach sind beachtenswert. Die Kirche wurde ursprünglich auf einem rechteckigen Grundriss erbaut, doch durch den Bau der Kapelle und der Sakristei nahm sie einen kranzförmigen Riss an. Der Chor, das Hauptschiff und die Seitenschiffe haben jeweils ein Sterngewölbe. In der Vorhalle ist ein Kreuzrippengewölbe zu sehen.

Die Kirchenausstattung hat den Krieg nicht überstanden. 1945 marschierten sowjetische Soldaten in Sławno ein und zerstörten den Großteil der Innenstadt. Die Kirche wurde fast komplett ausgebrannt. Vor dem Krieg war sie für ihren schönen, großen Renaissance-Hauptaltar bekannt, doch auch dieser fiel dem Brand zum Opfer. Der heutige Altar ist ein Triptychon im gotisch inspirierten Stil, zudem gibt es in der Kirche noch eine Kanzel, Kreuzwegstationen aus den 1950er Jahren, ein Taufbecken aus dem 18. Jh., eine Taufschale aus dem 16. Jh., drei Eisengussglocken aus den 1920er Jahren und das Ölgemälde „Die Beschneidung” aus dem 18. Jh.

In der Kirche befindet sich eine Gedenktafel für den evangelischen Pastor Dietrich Bonhoeffer, die zu seinem 50. Todestag im Jahre 1995 eingeweiht wurde. Sie trägt Inschriften auf Polnisch und auf Deutsch. Die Tafel wurde von der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft gestiftet. Dietrich Bonhoeffer war Vertreter der Bekennenden Kirche. Er gründete ein evangelisches Seminar in Pommern in der Ortschaft Finkenwalde (heute Szczecin-Zdroje) und trat entschieden gegen die nationalsozialistische Ideologie auf. 1937 wurde das Seminar geschlossen, doch dank der Hilfe von Friedrich Onnasz aus Koszalin und Eduard Bloch aus Sławno konnte Bonhoeffer seine Arbeit in den beiden Städten über seine Superintendanten fortsetzen. Doch auch diese Tätigkeit wurde 1940 von der Gestapo unterbunden. Bonhoeffer war zu dem Zeitpunkt Rektor der Seminars der Bekennenden Kirche. Er starb im Jahre 1945 im KZ Flossenbürg.

Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche‎ war bis zur Reformation eine katholische Kirche gewesen und dann bis 1945 evangelisch. Nach 1945 wurde sie erneut von der katholischen Gemeinde genutzt und gehört heute als Pfarrkirche zum Dekanat Ustka.

Die Kirche steht auf einer kleinen Anhöhe und ist von einem gepflegten, grünen Gelände umgeben. Auf dem Gelände befinden sich: ein Denkmal von Stefan Kardinal Wyszyński, Primas von Polen, eine Marienkapelle und ein Obelisk, der den Verlauf des Jakobswegs markiert. Zudem gehört die Kirche zur Europäischen Route der Backsteingotik

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