An der Stelle, an der heute das Rektorat der Pommerschen Medizinischen Universität steht, befand sich einst ein Proviantlager, das im 18. Jahrhundert an der Stelle des Abtshofes errichtet wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude zusammen mit den benachbarten Gebäuden vom Militär gekauft. In den Jahren 1806–1813 dienten die Gebäude den Franzosen als Lazarett. Nach dem Ende der französischen Besatzung wurden die Gebäude der Garnisonsverwaltung übergeben.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde beschlossen, das Lagerhaus abzureißen, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (genauer gesagt im Jahr 1902) wurde an seiner Stelle das Gebäude der Stadtverwaltung nach einem Entwurf des berühmten Stettiner Architekten Wilhelm Meyer-Schwartau errichtet. Das Gebäude ist dreiflügelig und von unregelmäßiger Form; im südlichen Teil befindet sich ein hoher Turm. In dem Gebäude wurden unter anderem die Städtische Sparkasse, das Wirtschaftsgericht, das Standesamt und die Büros der Stadtpolizei untergebracht.
An der Fassade des historischen Gebäudes finden sich Reliefs, die Bienenstöcke darstellen – sie sollten den Besuchern suggerieren, dass die Beamten wie Bienen im Bienenstock arbeiten. Im Inneren finden wir Skulpturen an den Säulen, originale Türrahmen – mächtige, verzierte Türzargen – und an der Treppe Reliefs, die Schnecken darstellen – sollte dies vielleicht auf die mühsame Erledigung von Angelegenheiten im Amt hindeuten?
Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht besonders stark beschädigt. Seit März 1948 dient das Gebäude Bildungszwecken – damals wurde darin die Medizinische Akademie gegründet, die später zur Pommerschen Medizinischen Akademie wurde und heute die Pommersche Medizinische Universität ist. Das Gebäude wurde im Juni 1990 in das Denkmalverzeichnis der Woiwodschaft aufgenommen.
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