Leuchtgas für Gaslaternen wird hier ab 1884 gespeichert. Dieser letzte Steingasometer Berlins gehörte zu einem Ensemble von ehemals vier Speichern. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf elektrisches Licht macht den Gasometer 1937 überflüssig. Ende 1940folgt der Umbau zum Mutter-Kind-Bunker. Die alten Backsteinwände dienen als Verschalung für die meterdicken Bunkerwände. Mütter, beschäftigt in kriegswichtiger Produktion, finden hier mit ihren Kindern Zuflucht. Nach dem Krieg bietet der Bunker durchziehenden Flüchtenden bis in die 1950er-Jahre einen fensterlosen Schlafplatz. Danach dient er als Altenheim und Obdachlosenasyl. Nach der Blockade West-Berlins (1948/49) ist er eines der vielen Lager für die Senatsreserve. Mit Ende des Kalten Kriegs erfährt der Gasometer eine erneute Umnutzung: Auf dem Dach wurden komfortable Wohnungen errichtet.
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