Der Brauch von Berlin – Die Ladestraße bildet das Kernstück des bis 1880 errichteten Anhalter Güterbahnhofs. In den beiden repräsentativen Kopfbauten war die Verwaltung untergebracht. Die beiden langestreckten Schuppen dienen der Verladung und Zwischenlagerung der Frachtstücke. Ursprünglich nur 210 m lang, werden die beiden Schuppen aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens bis 1907 auf rund 320 m verlängert. Etwa zur gleichen Zeit arbeiten in der Ladestraße knapp 400 Arbeitende im akkord, um die Kisten aus den Güterwagen ein- und auszuladen. Der östliche Ladeschuppen wird für den Empfang von Gütern genutzt, der westliche für den Versand. Die Gleise befinden sich an den Außenseiten der Schuppen, an den Innenseiten drängen sich Fuhrwerke, die die Fracht annehmen und im Stadtgebiet verteilen. In der Nachkriegszeit verliert die Ladestraße ihre Bedeutung. Seit 1990 befindet sich in dem erhaltenen Kopfbau das Science Center Spectrum des deutschen Technikmuseums. Im dahinterliegenden Empfangsschuppen wird die Ausstellung Mensch in Fahrt gezeigt. Der gegenüberliege Versandschuppen ist seit 1945 größtenteils Ruine. Die erhaltenen Schuppenteile bieten Raum für den Juniorcampus des Technikmuseums und die Probebühne des Theaters Berliner Ensemble.
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