Geheime Rüstungsindustrie
Ohne Lichtmaschinen, Anlasser und Einspritzpumpen der Firma Bosch kann kaum ein Flugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg fliegen. Produziert werden die kriegswichtigen Motorenteile in einer gut getarnten Fabrik mit dem verschleiernden Namen Dreilinden-Maschinenbau GmbH. Bereits 1935 beginnt die geheime Produktion am Stadtrand. Bei Kriegsende stellen die Zwangsarbeiter:innen mehr als die Hälfte der 5.000 Beschäftigten. Das Unternehmen steigert seinen Umsatz in zehn Jahren um das 47-fache. Die Anlage hier ist nur eine von zwölf solcher Schattenfabriken rund um die damalige Reichshauptstadt Berlin. Nach 1945 sprengen die sowjetischen Besatzer die Produktionshallen. In das erhaltene Eingangsgebäude zieht 1952 die Biologische Zentralanstalt der DDR. Nach der Wiedervereinigung übernimmt die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft die Räumlichkeiten – das heutige Julius-Kühn-Institut. Seit 2003 erinnert eine Plakette an die Zwangsarbeit bei der Dreilinden-Maschinenbau GmbH.
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