Das Museum befindet sich in einem aus dem XIX. Jahrhundert stammenden Alt-Gebäude, das durch den Rechtsberater Dedlow errichtet wurde. Es wurde im neoklassischen Stil entworfen und hatte ein elegantes Dreiecktympanon in seiner Vorderfassade. Die Fassaden waren mit Bossierungen verziert und die kannelierten Säulen d. h. Säulen mit vertikalen Rillen, hatten hingegen deutliche Entasis – sie wurden also in der 2/3 der Höhe nach außen gewölbt. Die weiteren Sanierungen verwischten etwas dieses Verzieren. Der Säulengang wurde durch eine hohe, glatte Kniewand ersetzt, die Säulen verloren die Kannelierung, Entasis ist kaum zu bemerken. Dachdeckung bekam hingegen im Norden und im Süden je drei Ochsenaugen, die das Dachgeschoss erhellen. Nach dem Krieg wurde das Gebäude durch einige Familie aus Polens Ostgebiete bezogen. In 70. Jahren des XX. Jahrhunderts änderte sich die Funktion des Gebäudes. Seine Sanierung begann im Jahre 1978. Während der Arbeiten stürzte die Ostwand ein, was dazu führte, dass auch einige Teile der Seitenwände zusammenbrachen. Wiederaufgebaut wurde es 1982. Trotz vieler Vereinfachungen und gegenwärtiger Materie behielt das Gebäude sein historisches Klima für derzeitige Funktion. Die Besucher werden begrüßt von drei auf durch Stein und Halbrolle geformter Grundlage aufgestellten ionischen Säulen, die mit einem Volutkapitell bekrönt werden. Beide Seitensäulen sind in die Wände eingeschmolzen, die mittlere Säule hingegen teilt den Raum, was dazu beiträgt, dass der Haupteingang an Tiefe gewinnt. In den Innenraum führen zwei hohe viereckige Türen, die mit dreiteiligen Glaskämpferfenstern bekrönt sind. Türflügel sind mit unregelmäßigen, rechteckigen und quadratischen Füllungen mit Flachrelief in Form von in Reihen gelegten Rhomben verziert. Gleiche Tür ist im Gebäude im ersten Stock zu finden. Keller, in dem Sonderausstellungen präsentiert werden, hat ein interessantes, stimmungsvolles Klima – Sein Boden ist mit Klinkerplatten bedeckt, fast alle Wände sind aus dem natürlichen, bearbeiteten Stein gemacht, die Decke ist hingegen mit Korbgurten in Teile gegliedert.

Seit Anfang seiner Tätigkeit präsentiert das Museum die Geschichte der Region. In seinem Bestand findet man Sammlungen in Bezug auf: Urgeschichte des Wałczer Landes, Anfang der Besiedlung, Stadtentstehung und –entwicklung, politische und kulturelle Entwicklung seit dem XVI. und XVII. Jahrhundert, Archivalien bezüglich des Wałczer Landesrates, Unterlagen über Kampf um Polentum nach Teilungen sowie die Germanisierung seit der Hälfte des XIX. Jahrhunderts bis Anfang des Zweiten Weltkrieges, Bau und Durchbruch von Pommernwall im Wałczer Land, sowie die Besiedlung und Wiederaufbau nach Befreiung. Hier gibt es auch zahlreiche Andenken nach Veteranen des II Weltkrieges und darüber hinaus artistische Möbel sowie Handwerkerzeugnisse. Zunächst war der Kampf um die Erlangung des Wałczer Landes ein der Hauptpunkte der Ausstellung. Zurzeit beschäftigt sich das Freilichtmuseum GWC, das eine Filiale des Wałczer Landesmuseum ist und Teilstücke des Pommernwalles umfasst, mit Kriegszeit und mit militärischen Fragen. Im Hauptsitz befindet sich eine der Dauerausstellungen, die die Ausstellungsstücke der Region seit Vorgeschichte  bis zum XX. Jahrhundert präsentiert. Die Besucher erleben eine Zeitreise: hier gibt es Vitrinen mit den in der Nähe in hohem Maße von Edward Noniewicz (Sammler und Gräber aus Wałcz) entdeckten Versteinerungen, sowie archäologische Fundstücke. Die Aufmerksamkeit fesselt eine schöne Widerherstellung vom Haus des Hornhandwerkers, das so aussieht, als ob er sein Haus nur für eine Weile verlässt. Hier wird auch präsentiert, wie Hörne gemacht werden, und findet Museumsunterricht für Kinder und Jugendliche statt. Interessant ist auch z. B.: Sammlung der Zunft- und Reisekästen, genealogischer Baum der Familie Welda-Tuczyńscy, Porzellanservice und –figürchen, insbesondere auch ein chinesisches Paar, das mit Köpfen, Händen drehen und ihre Zungen zeigen kann. Von der Skulptur „Bonjuor papa“, die einen Musketier darstellt, der seinen Sohn auf Händen von der Mutter begrüßt, kann man eine Legende erzählen: wenn sie von jemandem unbemerkt angefasst wird, wird er seitdem Glück in seinem ganzen Leben haben. 

Mindestens einmal im Monat findet Vernissage einer neuen Ausstellung statt. Gleichzeitig werden geringstenfalls zwei Sonderausstellungen veranstaltet. Auch das Bildungsangebot des Museums für  Kinder, Jugendliche und früher angemeldete Gruppen ist sehr vielseitig. Im Museum werden Unterrichtsstunden, Werkstätten, mittelalterliche und folkloristische Vorführungen veranstaltet. Hier finden auch wissenschaftliche Tagungen über Geschichte, sowie Konzerte statt und im Garten werden hingegen Freilichtveranstaltungen organisiert. Jedes Jahr, gegen 18. Mai, öffnet das Museum anlässlich der Europäischen Langen Nacht der Museen seine Pforten und verlängert seine Öffnungszeiten bis in die Nacht, was mit der kostenlosen Besichtigung und mit zahlreichen Sonderattraktionen verbunden ist.

Das Hauptgebäude ist noch nicht behindertengerecht. Es soll sich aber laut dem Renovierungsplan bald ändern. 

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