• Adresse: Jagiellońska 34, 70-382 Szczecin

Die ehemalige Brotbackofenfabrik – oder vielmehr ihre Überreste – verbergen sich im Hinterhof eines der Stettiner Mietshäuser. Die Fabrik, deren Eigentümer Emil Kirst war, war seit 1883 in Betrieb, wurde jedoch 1906 im Zuge von Erweiterungs- und Modernisierungsplänen in die Gebäude an der Jagiellońska-Straße verlegt. Es handelt sich um eine von zwei Fabriken dieser Art, die einst auf dem Gebiet des heutigen Polens existierten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in ihrer Blütezeit das größte und bekannteste Unternehmen im damaligen Deutschland war. 

In der Fabrik wurden sowohl die Öfen selbst als auch das dazugehörige Zubehör wie Teigschüsseln oder Rostgitter hergestellt. Ihre Produkte gehörten zur festen Ausstattung deutscher, preußischer und auch polnischer Bäckereien. Ende der 1930er Jahre wurden hier Teile für Mauser-Gewehre hergestellt, die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Das weitere Schicksal der Fabrik und ihres Besitzers ist unbekannt; bekannt ist lediglich, dass sie nach dem Krieg nicht mehr in Betrieb war.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das vordere Mietshaus, ein Beispiel für den eklektischen Stil. Es lohnt sich auch, einen Blick in den Innenhof zu werfen, wo man neben den Überresten der Fabrikgebäude das ehemalige Tor mit einem Greif als Krönung sehen kann – dem Symbol der Fabrik und von Stettin.

 

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