• Adresse: 74-200 Pyrzyce

Ginge es nur um die erhaltene Stadtmauer, so könnte man Pyritz heute ohne 

Zweifel das polnische Carcassonne nennen. Die erste Erwähnung der Pyritzer 

Stadtfeste stammt aus dem Jahre 1279 und aus dieser Zeit, dem 13. 

Jahrhundert stammt wohl die untere, aus Feldsteinen errichtete Lage der 

Mauer.  Um der immer moderneren Kriegstechnik standzuhalten wurde die 

Stadtmauer im 15. Jahrhundert auf 7 - 9 Meter erhöht. Diese Erhöhung erfolgte 

mit Backsteinen und die Länge der Stadtmauer betrug damals über 2 km. Die 

Verteidigung ermöglichten 50 Wachtürme, niedrige Halbtürme, die miteinander 

durch einen hölzernen Rundgang verbunden waren. Nach aussen wurde die 

Stadtfeste durch Gräben, Wälle, zwei Mühlenteiche und Seen verstärkt. Die 

weitere Entwicklung der Feuerwaffen erforderte im 15. und 16. Jahrhundert 

einen weiteren Ausbau des Bahner und des Stettiner Tors, die Innentore 

erhielten, sowie die Konstruktion erster halbrunder Bastionen. Bereits im 17. 

Jahrhundert war die Waffentechnik soweit entwickelt, dass die pyritzer 

Stadtwehr ihre Bedeutung verlor. Die Bastionen nutzte man als Magazine oder 

Armenhäuser. 1750 wurde ein Teil der Wälle eingeebnet. Und 1830-45 wurde 

der Rest in eine baumbestandene Promenade umgewandelt. Kurze Zeit später 

verfüllte man auch die Gräben, auf denen Gärten entstanden. Zum letzten Male 

wurden die Pyritzer Mauern 1945 durch die Rote Armee erstürmt, wurden aber, 

wegen des schwachen Widerstandes der hitlerschen Verteidiger, nicht zerstört. 

In den Folgejahren dann zweifach restauriert, zeigen sie sich heute in 

imposanter Form. Besonders beachtenswert sind: 

- Der nordöstliche (Jana Henryka Dąbrowskiego Straße) und der nordwestliche 

Teil (2 Marca Straße).

- Der Efeuturm - Baszta Bluszczowa, auch schlafende Prinzessin genannt. Er 

entstand zwischen 1440-1470 aus einem alten halboffenen Wachturm und 

verteidigte die nahe liegenden Pforten in das alte Pyritz. 1945 stark zerstört.

- Der Mönchsturm - Baszta Klasztorna. Entstanden in der Mitte des 14. 

Jahrhunderts an der südöstlichen Ecke der Stadtfestung. Er besitzt 

Schießscharten auf zwei Stockwerken. Der Name erinnert an das nicht mehr 

bestehende Kloster. 1945 beschädigt, wobei er den Zylindrischen Aufbau aus 

dem 16. Jahrhundert verlor.

- Der Trinkerturm - Baszta Pijacka. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf einem 

Feldsteinfundament mit Backsteinen im wendischen Verbund errichtet. Der 

Turm diente zugleich als Ausnüchterungszelle. In der Nordfassade ist eine 

Latrinenöffnung erhalten geblieben.

- Der Pulverturm - Baszta Prochowa entstand zwischen 1470-1480 aus einem 

halboffenen Wachturm. Er diente als Munitions- und Pulverlager.

- Der Eisturm - Baszta Wysoka wurde in zwei Abschnitten errichtet. Er war 

sowohl Quartier der Wachmannschaften, als auch Gefängnis und diente in 

späterer Zeit als Lagerstätte für Eistafeln und als Kühlhaus.

- Der Eulenturm - Baszta Sowia, erbaut zwischen 1260-1270, erhielt im 16. 

Jahrhundert seinen kegelförmigen Helm. Eine Grundabsenkung im 19. 

Jahrhundert machte ihn zum “Schiefen Turm von Pyritz”. Seine Spitze steht 30 

cm außerhalb des Lotes.

- Das Bahner Tor - Brama Bańska wurde 1260-1270 am Südrande der 

Stadtfestung und auf dem Weg nach Soldin und Bahn gebaut. Das ursprünglich 

dreigeschossige Tor wurde in der Mitte des 15. und in der ersten Hälfte des 16. 

Jahrhunderts auf 5 Stockwerke erhöht.

- Die Ruine des Stettiner Tors - Ruiny Bramy Szczecińskiej. In der goldenen 

Zeit Pyritz war es der Haupteingang in die Stadt aus Richtung Stargard und 

Stettin. Errichtet wurde es in drei Abschnitten und besaß bereits im 15. 

Jahrhundert sechs Stockwerke unter einem kegelförmigen Helm. Es wurde 

1945 bis auf ein Stockwerk zerstört und nach dem Kriege als Ruine erhalten.

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