Das prachtvolle Kreishaus wurde in den Jahren 1905 – 1907 nach einem Entwurf des Stolper Architekten Eduard Koch im neubarocken Stil erbaut. Die Stadt hatte das 3700 m2 große Grundstück in der Nähe des Stolper Tores von Privatpersonen gekauft. Der Bau kostete weit über 300 000 Mark. Bis 1945 hatte das Kreishaus seinen Sitz in dem Gebäude. Nach dem Einschreiten der Roten Armee in Sławno wurde es als Kommandantur genutzt. Wahrscheinlich konnte gerade deshalb der historische Bau samt Originalinventar (Innenausstattung, Türen, Beschlägen, Fliesen, Treppengeländern usw.) erhalten bleiben. Heute beherbergt das ehemalige Kreishaus das Stadtamt und das Landratsamt Sławno.

Das Gebäude ist L-förmig. Von der Chopina-Straße trennt es eine Mauer mit Eingangspforte. Der Sockel besteht aus grauem, rosanem und hellblauem Naturstein. Die Wände aus roten Keramikziegeln wurden verputzt und mit Stuck versehen. Das Dach ist ein Mansardendach mit dreiseitigen Türmchen, deren Dächer mit fialenförmigen Spitzen bekrönt sind. In der Mitte des Daches ragt ein achteckiger Turm mit Galerie und Zwiebeldach heraus, der ebenso mit einer zierlichen Fiale bekrönt ist. Das Gebäude ist unterkellert. Im Ratssaal sind interessante Glasmalereien und eine hölzerne Wandverkleidung mit metallenen Lüftungsschachtrahmen erhalten geblieben. Die Glasmalereien stellen die Wappen der Städte Sławno, Darłowo, Polanów und Sianów sowie die Familienwappen der im ehemaligen Landkreis Sławno lebenden pommerschen Adelsgeschlechter dar. Im Saal hängt zudem eine moderne Kopie der Lubinschen Karte.

Auch im Dachgeschoss des Gebäudes ist die Originalausstattung erhalten geblieben: drei Spinnräder mit hölzernen Rollen und Metallseilen, die zum Hochziehen und Runterlassen der Kronleuchter im Ratssaal dienen. Im Büro des Bürgermeisters befindet sich ein interessanter Art Déco-Kronleuchter mit einer Eule auf der Spitze. Es gibt hier zudem eine Uhr aus den 1920er Jahren und ein Arlac-Kopiergerät der Firma Carl Fr. Brauer aus Stettin, ebenso aus den 1920er Jahren, versehen mit der Tafel „Modell 14, Nr. 6003”.

Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich die Kunstgalerie „W Ratuszu”, in der seit 2003 die Werke von Künstlern aus ganz Polen, aber auch aus Deutschland, Russland, Bulgarien, Mazedonien, Armenien, Argentinien usw. ausgestellt werden. Schwerpunkt der Galerie sind Grafiken und Exlibris. 2015 wurde hier bereits die 100. Ausstellung veranstaltet.

Das ehemalige Kreishaus ist ein typisches Beispiel für öffentliche Architektur des frühen 20. Jh. in Westpommern. Der monumentale Aufbau und die gut erhaltene Innenausstattung überraschen viele Besucher.

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