Das neoklassizistische Schloss in Trzebieradz wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und diente als Sanatorium für Offiziere der Marine. Sein Stifter war wahrscheinlich Kaiser Wilhelm II. Das Gebäude, das nur wenige Dutzend Meter vom Ufer des Stettiner Haffs entfernt errichtet wurde, liegt versteckt hinter den Bäumen des Parks, der bis heute in seinen ursprünglichen Grenzen erhalten geblieben ist. Die Fassade des Schlosses ist zum Wasser des Haffs hin ausgerichtet. Es handelt sich um ein mehrstöckiges Gebäude mit zwei Seitenflügeln. Der Haupteingang zum Schloss führt über eine breite Treppe. Hier befinden sich auch sechs dorische Säulen, die die darüber liegende Terrasse stützen, unter der sich eine Veranda befindet. Das Gebäude wird von mit Reliefs verzierten Tympanons gekrönt. Die Wände bestehen aus Klinkerziegeln. Bis heute sind die dekorativen Verzierungen an den Fensterrahmen erhalten geblieben. In der Nähe des Schlosses befinden sich noch weitere Gebäude, darunter eines, das als „Dworek“ bezeichnet wird und ursprünglich für das Dienstpersonal bestimmt war, sowie eine Reithalle mit Stall und Kutschenhaus. Später befanden sich in den Gebäuden eine Kantine und die Verwaltungsräume des Erholungszentrums. Das Grundstück, auf dem sich die Gebäude befinden, ist umzäunt. Den Eingang bildet ein breites schmiedeeisernes Tor, an dessen Seiten sich Pforten befinden. Das Ganze ruht auf vier hohen Pfosten. Eine Lindenallee führt zum Komplex. Der erste Eigentümer des Anwesens war Georg Wegner – Arzt und Direktor des Stettiner Krankenhauses in Pomorzany. Im Jahr 1923 wechselte das Anwesen den Besitzer, der es wiederum acht Jahre später an die Organisation „Nationalsozialistische Volkswohlfahrt“ verkaufte, die hier ein Ausbildungszentrum für Parteifunktionäre – die sogenannte „Gauschule“ – einrichtete, während in den Nebengebäuden ein Mutterheim untergebracht war. Im April 1945 rückten hier sowjetische Truppen ein, denen das Gebäude als Krankenhaus diente. Ab 1945 befand sich hier eine Einrichtung der Grenzschutzstreitkräfte. Von den 1950er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre diente das Objekt als Erholungs- und Ferienlager. Derzeit befindet es sich in Privatbesitz. Der neue Eigentümer hat die Renovierung des Gebäudes in Angriff genommen, deren Ergebnisse bereits sichtbar sind. Das Gelände ist aufgeräumt, und auf dem Grundstück werden Pflegearbeiten durchgeführt. Das Objekt ist von außen zugänglich.
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