• Adresse: Parkowa, 74-100 Gryfino

Gryfino ist von Stettin aus mit der Bahn, Bussen des Nahverkehrs oder mit dem Auto über die Landesstraße 31 erreichbar. Die am besten erhaltenen Teile der Befestigungsanlage finden Sie in der Parkowa-Straße. Einen gut erhaltenen Teil der Stadtmauer kann man in ca. 350 m Entfernung vom Bahnhof finden. 

Gryfino hat das Stadtrecht in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten. Die dynamische Entwicklung der Stadt brachte die Errichtung einer Befestigungsanlage mit sich. Die erste Befestigungsanlage aus dem Jahr 1284 bestand aus einem doppelten Holz- und Erdwall. Später wurde eine Mauer aus Steinen und Ziegelsteinen errichtet. Die Befestigungsarbeiten waren im 15. Jahrhundert abgeschlossen. Um die Wende des 15. Jahrhunderts wurden die Stadttore durch den Anbau von Torhäusern zusätzlich befestigt.

Nachdem alle Arbeiten abgeschlossen waren, umfasste das Befestigungssystem von Gryfino 32 rechteckige, leicht vorgeschobene Basteien, die je in 20-25 Meter Entfernung voneinander platziert waren, und eine zylinderförmige Bastei. In die Stadt führten zwei Tore – das Brama Szczecińska (Stettiner Tor) im Norden und das Brama Bańska (Bahner Tor) im Süden. Von der Seite der Oder wurden zudem noch drei Pforten errichtet. Für noch mehr Sicherheit sorgte ein Wassergraben, der die Stadtmauer umgab und aus dem nahegelegenen Fluss gespeist wurde. Die Befestigungsanlage von Gryfino bestand bis ins 17. Jahrhundert hinein. 1640 wurde die Flussseite der Stadtmauer von der schwedischen Armee zerstört. Der restliche Teil der Anlage fiel den Überschwemmungen der Jahre 1780 und 1830 zum Opfer. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Torhaus abgerissen.

Heutzutage sind nur noch kleine Teile der Stadtmauer und Überreste der Basteien an der Nord- und Südseite zu sehen. In der Bolesława Chrobrego-Straße befindet sich das einzige erhaltene Stadttor, das gotische Brama Bańska (Bahnertor), früher Brama Św. Jerzego (Jürgen-Tor). Ende des 19. Jahrhunderts drohte dem Tor der Abriss, da die Stadt ausgebaut worden war. Doch im Jahre 1864 wurde es vom Stadtrat als Denkmal anerkannt und blieb verschont. 1888 wurde das Tor restauriert und während einer weiteren Sanierung im Jahre 1979 wurden die Zinnen der Schützenterrasse rekonstruiert.

An der Südseite des Bahner Tors, direkt über der Pforte, sind Keramikblenden zu sehen; an der Nordseite gibt es eine spitzbogenförmige Blende. Aus der nördlichen Außenwand ragt ein Erker heraus, der früher als Abort benutzt wurde, ein sogenannter Dansker. Außerdem gibt es an dieser Seite Schießscharten und halbkreisförmig geformte Fenster.

Die mittelalterliche Befestigungsanlage von Gryfino bestand aus Granitsteinen, die mit Lehm-Kalk-Mörtel befestigt waren. Die Verteilung der Steine war ungleichmäßig. Ein Teil der Ziegelsteinmauer wurde im sogenannten märkischen Verband errichtet. Der längste erhaltene Teil der Stadtmauer (ca. 70 m) befindet sich im Südosten der Stadt.

Die Befestigungsanlage von Gryfino wurde im September 1958 in die Denkmalliste der Woiwodschaft Westpommern eingetragen.

 

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