Es ist kein Zufall, dass gerade in Golczewo das erste der drei für die Strecke geplanten Wandgemälde entstanden ist. Hier wird derzeit ein 5 Kilometer langer Abschnitt des Radwegs zum Dorf Upadły gebaut, der Teil eines größeren Gesamtprojekts sein wird. Letztendlich wird auf dem Gebiet der vier Landkreise Goleniów, Gryfice, Kamień und Kołobrzeg eine zusammenhängende Route Nr. 800 entstehen, die von Stepnica über Gryfice bis nach Gościno führt und die Möglichkeit bietet, auf den Routen „Blue Velo“ und dem „Alten Eisenbahnweg“ weiterzufahren. Die Schließung dieser Lücke im bereits mehrere hundert Kilometer langen Netz der westpommerschen Radwege wird die Schaffung einer 800 km langen Rundstrecke ermöglichen, die Stettin, Kolberg und die deutsche Hauptstadt verbindet.
– Heute kann man zwar recht sicher mit dem Fahrrad von Berlin nach Kołobrzeg fahren, muss dabei aber über die Brücke in Siekierki im Rahmen der „Trasa Pojezierna“ (Seenroute) fahren. Wir möchten, dass man dies auch von Norden her tun kann und dabei die herrlichen Gebiete der Goleniowska-Urwaldregion, der Region Golczewo oder der Region Gryfice entdeckt. Das wird sicherlich eine sehr reizvolle Strecke werden“, sagt der Marschall der Woiwodschaft, Olgierd Geblewicz.
– Diese Route wird Orte verbinden, die bisher für Radfahrer unzugänglich waren, aber sie wird auch Menschen miteinander verbinden. Sie eröffnet neue Möglichkeiten und schafft ein zusammenhängendes, modernes und radfahrerfreundliches Westpommern – fügt Wanda Nowotarska, die Beauftragte des Woiwodschaftsmarschalls für den Radverkehr, hinzu.
Sie haben künstlerische Spuren hinterlassen
Die Arbeiten auf der Baustelle gehen Hand in Hand mit künstlerischen Aktivitäten und mobilisieren zudem die lokale Gemeinschaft. Schüler des öffentlichen Schulzentrums in Golczewo haben ein Wandbild gestaltet, das eine der Attraktionen auf dem internationalen Rundweg sein wird. Sie arbeiteten unter der Aufsicht des Street-Art-Künstlers Michał Szarka.
Für diese Aufgabe wurden Jugendliche aus der 8. Klasse ausgewählt. Warum gerade sie? – Es sind Schüler, die unsere Schule jeden Moment verlassen werden. Ich wollte, dass sie eine Spur hinterlassen. Jetzt sehe ich ihr Werk vom Fenster meines Büros aus und weiß, dass es uns noch viele Jahre begleiten wird. Jeder zukünftige Schulleiter wird es ebenfalls betrachten können, und die Schüler selbst werden ein Andenken in der Nähe ihrer ehemaligen Schule haben“, erzählt Monika Kiełbasa, Direktorin des öffentlichen Schulverbunds in Golczewo.
Bevor die jungen Künstler mit der Arbeit an der für das Wandbild vorbereiteten Wand begannen, erzählte Michał Szarko ihnen von der Geschichte des Graffitis und der Street-Art-Kultur und erklärte ihnen die Unterschiede zwischen diesen Kunstformen. Es ging auch um Ethik in der Welt der Street-Art sowie um Beispiele bekannter Werke und Künstler in Polen und weltweit. Die Jugendlichen waren sehr engagiert bei der Arbeit, die ihnen viel Freude und Zufriedenheit bereitete. Selbst der Regen konnte ihre gute Laune nicht trüben.
Die Schüler erfuhren unter anderem, dass solche Kunstwerke nicht nur die Ästhetik von Gebäuden und der Umgebung, sondern sogar die Luftqualität positiv beeinflussen können. Auch in Westpommern entstehen bereits Öko-Wandmalereien, die Schadstoffe wie Smog, Bakterien oder Allergene binden. Auf der Strecke zwischen Berlin, Stettin und Kolberg sind noch drei weitere solche Projekte geplant: in Gościna, wo der geplante Abschnitt des Radwegs an den bereits bestehenden „Alten Eisenbahnweg“ anschließen wird, auf der Überführung entlang des Radwegs Nr. 20 an der Woiwodschaftsstraße Nr. 125 sowie in der Nähe des Bahnhofs Klępicz, einem Ort, der jedem Radfahrer, der die „Trasa Pojezierzy Zachodnich“ zwischen Trzcińsk Zdrój und Siekierki befahren hat, bereits bestens bekannt ist. Die Wandmalereien sollen den Radweg attraktiver machen. Sie werden nicht nur ästhetische Akzente setzen, die das Erlebnis der Touristen bereichern, sondern auch Material für die Werbung für die Route in den sozialen Medien liefern.
Bald folgen weitere Abschnitte
Die Arbeiten in Golczewo sind bereits zur Hälfte abgeschlossen. Die Übergabe der Baustelle erfolgte im Februar dieses Jahres, und der Radweg zwischen Golczewo und Upadły soll bis Oktober fertiggestellt sein. In Kürze werden Ausschreibungen für weitere Abschnitte der Route Nr. 800 veröffentlicht: Stepnica–Babigoszcz, Kłodzino–Golczewo sowie Upadły–Świeszewo. Bis 2029 wird ein komplett neuer Abschnitt der Route zwischen Stepnica und Ryman mit einer Länge von über 82 km entstehen.
Nach Abschluss des Projekts wird es möglich sein, von der Gemeinde Golczewo aus mit dem Fahrrad folgende Orte zu erreichen: Stettin und Wolin (im Westen), Gryfice und Trzebiatów (im Norden) sowie Kołobrzeg und Białogard (im Osten).
Abgesehen davon, dass ein Radwanderweg entsteht, der mehrtägige Besuche von Radfahrern aus vielen Ländern ermöglicht und durch touristisch attraktive Gebiete – sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite – verläuft, werden die Einwohner der einzelnen Gemeinden und Landkreise auch eigene lokale Wege für Freizeitaktivitäten erhalten.
– Wir alle warten gespannt auf die ersten fertiggestellten Abschnitte der Route. In Golczewo hatten wir bisher keine sicheren Orte, an denen man einfach mit dem Fahrrad losfahren konnte. Bald werden wir einen solchen Raum erhalten, und ich bin überzeugt, dass viele Menschen davon Gebrauch machen werden – fügt Monika Kiełbasa hinzu.
Dies ist natürlich nicht der einzige Ort in Westpommern, an dem derzeit Arbeiten zum Bau weiterer Streckenabschnitte im Gange sind. Informationen zu allen Sanierungsarbeiten, Behinderungen und Umleitungen finden Sie in der App „Rowerzem Przez Pomorze Zachodnie“, die laufend aktualisiert wird. Dank dieser App kann man seine Touren planen, sich über die Sehenswürdigkeiten (Denkmäler, wichtige touristische Ziele) auf der Strecke informieren, aber auch mögliche Hindernisse im Zusammenhang mit dem sich noch im Ausbau befindlichen Streckennetz umgehen.
Bauarbeiten bei den Nachbarn, ab August Umleitung
Zur Erinnerung: Auch die deutschen Partner tragen ihren Teil zur Gestaltung der ersten Abschnitte des künftigen Tourismusprodukts bei. Seit Mitte Juni wird der Radweg zwischen den Grenzorten Mescherin und Gartz saniert. Dieser Abschnitt ist bei Radfahrern aus Stettin und Umgebung sehr beliebt. In der ersten Phase des Projekts entstehen neue Rast- und Erholungsplätze: überdachte Unterstände mit Sitzgelegenheiten, Ladestationen für E-Bikes sowie sogenannte Smartbenches. Während dieser ersten Bauphase wird es noch keine Einschränkungen auf dem Radweg Oder-Neiße geben. Erst für Anfang August dieses Jahres ist eine umfassende Sanierung des Streckenabschnitts geplant, der aufgrund der notwendigen Bauarbeiten voraussichtlich bis zum ersten Quartal 2027 vollständig gesperrt sein wird. Zu diesem Zeitpunkt wird eine ausgeschilderte Umleitung eingerichtet. Diese führt über Gartz (Oder), Hohenreinkendorf, Tantow, Geesow und Mescherin.




Die Maßnahme und der Artikel werden aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Projekts „Radweg Berlin-Stettin-Kolberg“ kofinanziert, das im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VIA Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen 2021–2027 durchgeführt wird.
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