Der Altstädter Marktplatz wurde im 13. Jahrhundert angelegt. Zusammen mit dem für eine mittelalterliche Stadt typischen Straßenraster bildet er ein historisches Stadtbild. In der Mitte des Marktplatzes wurden ab dem 13. Jahrhundert nacheinander drei Rathäuser errichtet. Das letzte davon wurde – ebenso wie andere städtische Gebäude – durch einen Brand im Jahr
1718 (bei Ausgrabungsarbeiten im Jahr 2009 entdeckten Archäologen seine gemauerten Fundamente). Zwei Jahre später wurde ein weiteres Rathaus an anderer Stelle errichtet, an der südlichen Seite des Marktplatzes, in der Nähe der Kathedrale. In der Mitte des Platzes wurde hingegen ein Denkmal für den preußischen König Friedrich Wilhelm I. aufgestellt – als Dank für die Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt. Zu dieser Zeit entstand auf dem Marktplatz auch der erste Brunnen, der aus einer Quelle auf dem Chełmska-Hügel gespeist wurde. Der Marktplatz in der mittelalterlichen Stadt erfüllte vor allem kommerzielle Funktionen; der tägliche Handel wurde in den Ständen (Tuchhallen) abgewickelt, die meist an das Rathaus angebaut waren. Größere
Märkte und regelmäßige Jahrmärkte erforderten ein Privileg des herrschenden Fürsten. Die Aufsicht über den Handel übten
die Stadträte, und die Maßvorlagen wurden dort aufbewahrt. Das Rathaus, das die nördliche Fassade des Marktplatzes einnimmt, wurde in den Jahren 1960–1962 nach einem Entwurf von Władysław Michałowski aus Stettin errichtet. Die Bauarbeiten wurden hingegen von Andrzej Boniek geleitet. Der leicht hervorstehende Risalit beherbergt die vertikalen Erschließungswege, und im oberen Teil befindet sich eine Uhr, die von Metallarbeiten mit dem Stadtwappen umgeben ist, die zeitgenössisch von Handwerkern aus Koszalin angefertigt wurden. Die Spitze des Uhrenturms bildet eine Gloriette mit einem Fahnenmast. Das oberste, vierte Stockwerk des Gebäudes wird von einem durchbrochenen Fries gekrönt, der den allgegenwärtigen Tauben als Lebensraum dient. Da eine kostspielige Sanierung der Fassade notwendig wurde, wurde dieser mit einem Netz abgedeckt. Die äußerst originelle Fassade des Gebäudes ist in allen Publikationen zum Aushängeschild der modernen Stadt geworden. In der Geschichte von Koszalin ist es der sechste Sitz der Stadtverwaltung; die ersten drei wurden in der Mitte des Marktplatzes errichtet, die beiden folgenden an der südlichen Marktfront (dort, wo sich heute das Geschäft „Jubiler“ befindet). Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg diente ein Jugendstil-Wohnhaus in der J.-Piłsudski-Straße 11–15, das um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erbaut wurde und sich durch ein charakteristisches Wappenschild an der Fassade auszeichnet, als Sitz des Städtischen Nationalrats.
Mit uns gehen Sie auf der Strecke nicht verloren! In unserer Anwendung finden Sie eine detaillierte Karte mit Routen und Ausflügen, interessanten Orten und Veranstaltungen, 360-Grad-Panoramen und vielem mehr!
PDF