Das Schloss in Pieńków wurde 1851 von Heinrich Friedrich von Below erbaut. Es handelte sich um ein einstöckiges Gebäude mit einem Satteldach. Im Schloss befand sich ein geheimnisvoller Gebetssaal. Mit der Geschichte des Geschlechts der Belows ist nämlich eine interessante Begebenheit verbunden, die mit der Gründung eines neuen Glaubens – der Belowianer-Sekte – durch das herrschende Geschlecht zusammenhängt. Dies geschah in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Sekte fand in den Gebieten um Sławno und Słupsk zahlreiche Anhänger. Im Jahr 1820 brachen ihre Gründer endgültig mit der herrschenden Kirche und vertraten die Ansicht, dass die damaligen Geistlichen den Glauben verloren hätten und lediglich zu Beamten geworden seien. Die Mitglieder der Sekte hielten selbst Gottesdienste in Privathäusern ab, lasen die Bibel und religiöse Bücher und sprachen sogar Trauungen. Die örtlichen Behörden waren über die rasante Entwicklung dieser neuen religiösen Bewegung beunruhigt. Den Belowianern wurden Geldstrafen auferlegt, und es wurden zahlreiche Kontrollen durchgeführt. All dies führte dazu, dass die Nachfolger der Bewegung nach dem Tod ihrer Gründer zum protestantischen Glauben zurückkehrten.
Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in den Jahren 1906–1907. Gerhard Heinrich Filip von Below errichtete einen neuen Wohnsitz, wobei er einen Teil des alten Schlosses nutzte. Der grundlegend umgebaute Teil der alten Residenz wurde zum Kernstück des neuen Schlosses. Es wurde im eklektischen Stil errichtet. Der Bau erfolgte unter der Leitung des Stupser Architekten Eduard Koch. Das Schloss liegt in einer wunderschönen Umgebung am Pieńkowski-See, in einem Park mit einem interessanten Baumbestand. Eine imposante Allee aus Stiel-Eichen führt von der Ostseite zum Schloss. Das Schloss ist ein monumentales, dreistöckiges Gebäude. Es hat bis heute seinen ursprünglichen Charme bewahrt.
Die letzte Besitzerin des Schlosses im Jahr 1945 war Sybilla Schach von Wittenau – die Tochter von Gerhard Heinrich Philipp von Below, dem Erbauer des Schlosses –, die nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Familie hier lebte. Die Familie beging Selbstmord, als sie erfuhr, dass die Russen nach Pieńków vorrückten. Das Grab von Sybilla, ihrem Ehemann sowie der Ehefrau von Gerhard Heinrich Filip – Ewa – befindet sich auf dem Gelände des Parks.
Seit 1994 befindet sich das Schloss in Privatbesitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte hier unter anderem das Staatliche Zentrum für Zucht und Reproduktion seinen Sitz; außerdem gab es hier eine Kantine, ein Kulturhaus und eine Bibliothek. Das Schloss ist nicht für Besichtigungen zugänglich, aber von der Straße aus gut zu sehen.
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