Themenroute "Wasser und Strom" entwickelt vom Berliner Zentrum Industriekultur. industriekultur.berlin
Für die expandierenden Industriebetriebe wird es Ende des 19. Jahrhunderts in der Berliner Mitte zu eng. Die Industrie wächst hinaus in die Umgebung. Auf der Schönen Weyde erbaut die AEG ab 1895 das erste Drehstromkraftwerk Europas und ein hochmodernes Kabelwerk. Das Gründerzentrum der AEG entsteht und trägt als Teil der Berliner Elektropolis zur Elektrifizierung der Welt bei. Oberschöneweide entwickelt sich zu einer Modellstadt mit riesigen Fabrikanlagen entlang der Spree, angrenzenden Wohnsiedlungen und dem Volkspark Wuhlheide. Für den Transport der Rohstoffe und der fertigen Produkte sorgen neue Eisenbahn- und Schifffahrtslinien. Auf der Bullenbahn fahren schwer beladene Züge. Auf der Spree reiht sich Lastkahn an Lastkahn.
Wie Siemens im Westen an der Unterspree, so beauftragt die AEG im Osten an der Oberspree führende Architekten mit dem Bau beeindruckender Industriekomplexe. Es entstehen neue Architekturen mit charakteristischen Fassaden. Wechselnde Produktionsbedingungen lassen sich durch flexible Grundrisse einfach anpassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Industriebetriebe in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt und zu Kombinaten gebündelt. 25.000 Menschen arbeiten in fünf Großbetrieben und machen Oberschöneweide zum Herzstück der ostdeutschen Elektrowirtschaft. Heute ist das ca. 3 km lange Band der Industrie eine der größten Denkmallandschaften Deutschlands.
PDF