NS-Rüstungsfabrik wird zur Wohnanlage

Die Konkurrenten AEG und Siemens entwickeln in der gemeinsamen Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegrafie ab 1903 innovative Funk- und Nachrichtentechnik – auch fürs Militär. Die Wehrmacht finanziert 1940 die Zusammenführung der verstreuten Produktionsstätten auf einem Werksgelände wesentlich mit. Das sachlich-moderne Bauensemble für 6.000 Beschäftigte gestaltet der Architekt Hans Hertlein. Ein Uhrenturm markiert den Verwaltungstrakt. Die riesige Asphaltfläche davor ist Teil eines von Albert Speer geplanten Stadtrings für die Welthauptstadt Germania. Nach 1945 macht die US-Armee den Komplex zu einem ihrer Stützpunkte. Auf Speers Stadtring marschieren jetzt amerikanische GIs. Ab 2000 entstehen in der ehemaligen Kaserne Wohnungen, die langen Gebäuderiegel werden um eine Etage erhöht. Die Hälfte des ehemaligen Aufmarschplatzes soll bis 2025 als Klimaausgleichsfläche entsiegelt werden.

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