Der heutige Plac Wolności war in den ersten Jahrhunderten des Bestehens von Wałcz das Stadtzentrum. Der Straßenverlauf der Altstadt weist Ähnlichkeiten mit den Stadtplänen von Lübeck und Freiburg auf. Der Legende nach wurde dieser Entwurf ursprünglich für Wałcz angefertigt, jedoch gestohlen; daher entstanden beide Städte früher als Wałcz, das erst nach der Wiedererlangung dieses Plans erbaut wurde. Vom Marktplatz gingen die bis heute bestehenden Straßen der Altstadt aus. Sein südöstlicher Rand grenzte an eine Handelsstraße, die bereits vor der Gründung der Stadt hier verlief. Auf der anderen Seite der Handelsstraße befand sich der Kirchplatz, auf dem die erste Kirche von Wałcz errichtet wurde. Diese Kirche brannte im Jahr 1378 nieder, und jede nachfolgende Kirche wurde an derselben Stelle gebaut.

Mitten auf dem Marktplatz stand einst ein um das Jahr 1683 erbautes, mehrstöckiges Rathaus aus Holz, während sich im nordöstlichen Teil des Marktplatzes eine Feuerwache befand. Die Nähe zur Feuerwehr konnte das Rathaus jedoch nicht retten – es brannte 1841 nieder. Ein neuer Sitz der Stadtverwaltung wurde 1890 am Rande des Marktplatzes errichtet; dieses Gebäude dient heute als Rathaus.

Der Stadtmarktplatz war über Jahrhunderte hinweg einer der wichtigsten Orte der Stadt; er war Verwaltungs-, Religions- und Handelszentrum, hier fanden Märkte und Jahrmärkte statt, und rundherum entstanden kleine Läden und Marktstände. Von Zeit zu Zeit verlor der Marktplatz seine Handelsfunktion, da der Marktort in andere Regionen verlegt wurde, doch diese Traditionen kehrten immer wieder zurück. Noch nach dem Krieg gab es hier einen städtischen Marktplatz; erst in den 1960er Jahren wurde der Marktplatz endgültig zu einem städtischen Platz. Es wurden Bäume, Sträucher, Rasenflächen und Blumenbeete angelegt sowie Bänke aufgestellt. In den Jahren 2003–2004 wurde der Platz saniert; heute erinnert sein Erscheinungsbild an die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Die Fläche wurde mit Pflastersteinen gepflastert, und es entstand wieder ein Brunnen, der nach den ursprünglichen Plänen in seinem Aussehen ein wenig an seinen Vorkriegsvorläufer anknüpfen sollte; letztendlich entschied man sich jedoch für eine Kelchform. Unweit des Brunnens wurde eine Pumpe aufgestellt, in der Nähe des Rathauses stehen Fahnenmasten und direkt daneben ein Steinmosaik, das das Stadtwappen darstellt. Außerdem gibt es Bänke, auf denen man sich ausruhen und dem Plätschern des Brunnens lauschen kann. Am Rande des Platzes wurde Platz für einen Parkplatz für PKWs geschaffen. An der südwestlichen Seite des Marktplatzes sind die vor dem Krieg erbauten Mietshäuser erhalten geblieben; ihre Erdgeschosse dienen als Gewerbe- und Dienstleistungsräume.

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