• Adresse: Aleja Zdobywców Wału Pomorskiego, 78-600 Wałcz

 

Der Soldatenfriedhof in Wałcz ist einer der größten seiner Art in Polen. Die Entscheidung zu seiner Errichtung traf die Stadtverwaltung von Wałcz Mitte 1949, da sie es für notwendig erachtete, die im Kreis Wałcz im Zweiten Weltkrieg gefallenen polnischen und sowjetischen Soldaten an einem Ort zu vereinen. Daher mussten an vielen Orten der Region Exhumierungen durchgeführt werden. Die erste Exhumierung fand am 2. Dezember 1949 auf dem damaligen Militärfriedhof an der Bohaterów-Straße (heute Aleja Tysiąclecia) statt. Danach folgten weitere Exhumierungsarbeiten in vielen Ortschaften. Mehrere Dutzend Massengräber sind amphitheaterförmig auf einer Fläche von 8.625 um eine Anhöhe mit einem Obelisken angeordnet. In der Nähe wurden zwei Kreuze aufgestellt – ein katholisches und ein orthodoxes. Auf der Hauptplatte befinden sich Urnen mit Erde von den Schlachtfeldern, und am Eingang des Friedhofs wurde ein Denkmal zu Ehren der Soldaten errichtet, die um die Eroberung des Pommerschen Walls kämpften. Es wurde von Edmund Majkowski entworfen und von Bronisław Chromy – einem bekannten und geschätzten Bildhauer – ausgeführt. Die offizielle Einweihung des Kriegsfriedhofs fand am 31. Oktober 1962 in Anwesenheit von Vertretern der zivilen und militärischen Zentralbehörden statt. Anlässlich des 20. Jahrestags der Durchbrechung der Befestigungsanlagen des Pommerschen Walls am 14. Februar 1965 fanden hier zentrale Feierlichkeiten statt, an denen der polnische Marschall Marian Spychalski, die Generalität der polnischen und der sowjetischen Armee sowie der aus der Sowjetunion angereiste Bolesław Kieniewicz teilnahmen. Heute gehören zu den Traditionen von Wałcz die Feierlichkeiten auf dem Soldatenfriedhof anlässlich des Jahrestags des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, des Jahrestags der Durchbrechung des Pommerschen Walls und des Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs.

Offiziell wird angegeben, dass hier 4.390 polnische und 1.638 sowjetische Soldaten begraben sind, die 1945 gefallen sind; nach Ansicht von Marian Wiatr, der sich seit Jahren mit der Geschichte dieses Friedhofs beschäftigt, gibt es jedoch erhebliche Unstimmigkeiten hinsichtlich der Anzahl der dort begrabenen Leichen. Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Gründung dieses Friedhofs, ist es unmöglich, die genaue Zahl der hier begrabenen Soldaten zu ermitteln. Dies gilt umso mehr, als hier nicht nur Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, die im Krieg oder bei Unfällen in der Nachkriegszeit gefallen sind, sondern auch Zwangsarbeiter und deren Familienangehörige, die in den Jahren 1939 – 1944 in deutscher Gefangenschaft starben, und auf den Grabsteinen stehen die Namen von 230 polnischen Soldaten, die im Buch der Gefallenen als vermisst verzeichnet sind.

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