Themenroute „Natur und Infrastruktur“ entwickelt vom Berliner Zentrum Industriekultur industriekultur.berlin
Mit der Industrialisierung wächst die Bevölkerung Berlins rapide.
In der Innenstadt wird es zu eng. Freie Flächen am Stadtrand werden per Bahn erschlossen und im Rahmen der Großen Elektrifizierung der S-Bahn von 1926/28 noch schneller erreichbar. Auf gerodeten Randgebieten des Grunewalds entsteht Platz für moderne Wohngebiete und großflächige Infrastrukturen. Das ist wichtig für die Wirtschaft und zugleich für die Grundversorgung der Bevölkerung u.a. mit Wasser, Rundfunk und Freizeiteinrichtungen. Zu den großzügig geplanten Neubauten zählen das Haus des Rundfunks, das Messegelände und das Strandbad Wannsee. Die Wahl der Standorte am Stadtrand zeigt auch das Zukunftsdenken in den 1920er-Jahren. Man war sich sicher: Berlin wird expandieren. Günstig für das städtische Wachstum ist, dass Berlin auf einem riesigen Schatz liegt: einer gigantischen unterirdischen Wasserschicht. Eine zentrale Wasserversorgung in Berlin wird ab 1852 aufgebaut und stetig durch neue Wasserwerke – wie jene an der Havel und im Grunewald – ergänzt. Das NS-Regime hat mit der Idee einer Welthauptstadt Germania größenwahnsinnige Pläne für Berlin. Davon zeugen bis heute die Monumentalität des Messegeländes und des Olympiastadions. Die Wehrtechnische Fakultät liegt dagegen im Teufelsberg begraben. Seit 1921 durchschneidet die AVUS parallel zur Bahn den Grundwald. Als Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße war sie die erste nur für Autos zugelassene Straße der Welt und bis 1998 Schauplatz spektakulärer Autorennen.
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