• Adresse: 78-600 Chude

Chude wurde um die Wende vom 17. zum 19. Jahrhundert aus dem Dorf Witankowo ausgegliedert. Hier gründete zu Beginn des 19. Jahrhunderts Pfarrer Józef Dalski – Pfarrer der St.-Nikolaus-Gemeinde in Wałcz und zugleich Direktor der „Aten Wałeckie“, also des dortigen Gymnasiums – seinen eigenen Gutshof. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde hier das heute noch bestehende Herrenhaus errichtet. Im Jahr 1909 wurde dieses Herrenhaus umgebaut und etwas vergrößert. Nach 1945 befand sich das Anwesen im Besitz des staatlichen Landwirtschaftsbetriebs (PGR); hier befanden sich Mitarbeiterwohnungen und eine Arztpraxis. Im Jahr 1993 wurde es von der Agentur für landwirtschaftlichen Staatsbesitz übernommen und später an ein privates Unternehmen verpachtet.

Das Herrenhaus wurde im neoklassizistischen Stil erbaut und auf einem rechteckigen Grundriss entworfen; der Mittelteil ist zweistöckig, die Seitenteile sind im Wesentlichen einstöckig mit einem hohen, nutzbaren Wohn-Dachgeschoss. Der Mittelteil ist mit einem Walmdach bedeckt, die Seitenteile haben Satteldächer mit Giebel. Die Wände bestehen aus Keramikziegeln auf einem Stein-Ziegel-Fundament und sind grau und weiß verputzt. Die Fassaden sind mit einem flachen Fries verziert, der die Stockwerke voneinander trennt; die Fenster im Erdgeschoss sind von breiten Rahmen mit karoförmigen Füllungen umgeben, die sich mittig über und unter den Fensteröffnungen befinden. Die Fenster im Obergeschoss sind von schmalen, profilierten Rahmen in weißer Farbe umgeben.  Ein interessantes dekoratives Element sind die im Dachgeschossbereich an den Seitenwänden der Fassade befindlichen rechteckigen Paneele, die mit Halbbalustraden ausgefüllt sind.  Der zentral angeordnete Haupteingang ist von einer verglasten Veranda umgeben, die von einem profilierten Gesims gekrönt wird. Über der Veranda befindet sich eine offene Terrasse. Die Fenster des Wandabschnitts an der Terrasse werden durch eine weiße Putzleiste hervorgehoben. Über ihnen erhebt sich ein dreieckiger Giebel mit einem ovalen Okulus in der Mitte. Die Fenster sind rechteckig, kastenförmig und mit profilierten Fensterrahmen versehen. In der Seitenwand befindet sich ein Seiteneingang, zu dem von beiden Seiten Treppen führen, die von einer Wand und einer Balustrade aus Feldsteinen geschützt sind. Auf der Südseite des Gebäudes befindet sich ein Park mit altem Baumbestand, auf der Nordseite ist eine halbkreisförmige, von einer Mauer umgebene Auffahrt abgegrenzt.

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